COA-Archiv · Die Peptid-Affäre 01.09.2026
Vier Laborberichte, ein stiller Löschvorgang, fünf Videos

Hat Beyond Peptides seine eigenen Tests gefälscht?

Vier Analysezertifikate lagen monatelang auf der eigenen Seite. Prüfen konnte sie niemand. Dann waren sie plötzlich weg. Wir haben sie gesichert. Und dann wird es richtig schmutzig: Genau die Influencer, die für diesen Shop werben, spielen jetzt die großen Aufklärer.

Die Videos zur Peptid-Affäre
Fünf Videos in einer Woche. Alle im Artikel verlinkt, jeweils genau an der Stelle, um die es geht. Foto: Screenshots YouTube
Von der Redaktion · Veröffentlicht 01.09.2026 · Alle Angaben an diesem Tag geprüft · Lesezeit 9 Minuten
Logo Beyond Peptides
Um diesen Shop geht es: Beyond Peptides verkauft Peptide als Forschungssubstanzen im deutschsprachigen Raum.
Der Skandal in fünf Sätzen
  • Vier Laborberichte auf beyond-peptides.com hatten keinen Prüfschlüssel.
  • Da, wo er hingehört, stand Werbung für den eigenen Shop.
  • Derselbe Shop hat heute Berichte mit Schlüssel online. Es geht also.
  • Nach dem großen Testvideo waren die vier plötzlich verschwunden.
  • Und die Influencer, die Rabattcodes bei diesem Shop haben, reden jetzt über alles. Nur nicht darüber.

Vier Berichte. Null Prüfschlüssel.

Jeder echte Laborbericht hat unten einen Code. Zwölf Zeichen. Damit kann jeder Käufer beim Labor nachschauen, ob der Bericht echt ist.

Bei diesen vier Berichten steht an genau dieser Stelle etwas anderes.

Werbung für den eigenen Shop.

Zwei Berichtsenden im Vergleich
Oben einer der vier Berichte. Unten das Zertifikat, das heute auf derselben Seite verlinkt ist. Gleicher Shop. Gleiches Labor. Einmal kann man prüfen. Viermal nicht. Foto: Screenshot der Dokumente
ProduktVorgangPrüfschlüsselWas stattdessen unten steht
5-Amino-1MQ 50 mg94307FEHLTLink zum eigenen Shop
HGH Fragment 176-19194350FEHLTLink zum eigenen Shop
NAD+ 500 mg94166FEHLTLink zum eigenen Shop
Tesamorelin 5 mg94145FEHLTLink zum eigenen Shop
BPC-157, heute online91488VORHANDENVerweis zum Labor

Die letzte Zeile ist der Hammer. Beyond kann es. Beyond macht es. Auf derselben Startseite liegt heute ein Bericht mit Prüfschlüssel und QR-Code.

Bei den vier anderen fehlte er. Ausgerechnet.

Und dann sind da noch die Nummern

Ein Labor zählt seine Aufträge hoch. Wer später bestellt, kriegt eine höhere Nummer. So läuft das überall auf der Welt.

Hier läuft es rückwärts.

BerichtVorgangBestellt am
BPC-157, mit Schlüssel9148817.11.2025
HGH Fragment, ohne Schlüssel9435017.11.2025
NAD+, ohne Schlüssel9416603.12.2025
5-Amino-1MQ, ohne Schlüssel9430709.01.2026
Tesamorelin, ohne Schlüssel9414522.01.2026

Zwei Berichte. Ein Kunde. Derselbe Bestelltag. Der 17. November 2025.

Dazwischen: 2.862 Auftragsnummern.

Und innerhalb der vier fraglichen Berichte? Die höchste Nummer hat das früheste Datum. Die niedrigste das späteste. Genau verkehrt herum.

Was das heißen kann

Für diese Reihenfolge gibt es zwei Erklärungen. Entweder das Labor vergibt seine Nummern durcheinander. Oder die Zahlen auf diesen Blättern stimmen nicht.

Beyond hat sich dazu bisher nicht geäußert.

Und dann waren sie weg

Am 31. Juli erscheint ein Video mit Labortests mehrerer Shops. Die Szene explodiert.

Wenige Tage später: die vier Berichte sind von der Seite verschwunden.

13.06.2026
Die vier Dateien gehen online. Monate nach den Analysedaten, die darauf stehen.
20.06.2026
Das Internet-Archiv speichert sie. Ab jetzt kann sie niemand mehr aus der Welt schaffen.
13.07.2026
Noch immer auf der Startseite verlinkt.
31.07.2026
Das große Testvideo erscheint. Beyond fällt durch.
12.08.2026
Der Zertifikatsbereich zeigt plötzlich andere Dateien. Die vier sind raus.
01.09.2026
Die alten Adressen führen ins Leere. Fehlermeldung 404.

Nur: Das Internet vergisst nicht.

So finden Sie die gelöschten Dateien

Sie müssen uns kein Wort glauben. Machen Sie es selbst. Dauert zwei Minuten.

  1. Öffnen Sie web.archive.org. Das ist ein Archiv einer gemeinnützigen Organisation in San Francisco. Es speichert Webseiten mit Datum. Was dort liegt, kann niemand nachträglich ändern. Auch wir nicht.
  2. Tippen Sie oben ein: beyond-peptides.com. Sie sehen einen Kalender. Jeder blaue Punkt ist ein Tag, an dem die Seite gespeichert wurde.
  3. Klicken Sie auf den 13. Juli 2026. Scrollen Sie runter zum Bereich mit den Zertifikaten. Dort stehen die alten Dateinamen, die es heute nicht mehr gibt.
  4. Zum Vergleich den 12. August 2026 anklicken. Selbe Stelle. Andere Dateien. Dazwischen liegt das Testvideo.
  5. Wollen Sie alle gespeicherten Dateien einer Seite sehen? Dann rufen Sie auf: web.archive.org/web/2026*/beyond-peptides.com/*
Direkt zu den vier Berichten

Wir haben Ihnen die Arbeit abgenommen. Diese vier Links führen sofort zu den gelöschten Dateien im Archiv, Stand 20. Juni 2026:

Scrollen Sie in jedem PDF ganz nach unten. Da, wo der Prüfschlüssel stehen müsste, steht die Shop-Werbung. Bei allen vieren.

Ein Laborbericht mit Erklärungen
So sieht ein vollständiger Bericht aus. Unten der Prüfschlüssel, oben rechts der Auftraggeber. Dieses Dokument liegt heute auf der Beyond-Startseite. Foto: Screenshot des Dokuments

„Da kommt Freude auf"

Jetzt wird es schmutzig. Denn während die Berichte verschwinden, meldet sich einer zu Wort, der ganz genau weiß, worüber er da redet.

Sascha Gail in seinem Video
Sascha Gail reagiert auf die Labortests. Was er dabei über sich selbst verrät, ist bemerkenswert. Foto: Screenshot YouTube

Sascha Gail tritt unter der Adresse dr-sascha-gail.de auf. Er nimmt sich die Testergebnisse vor. Und er sagt gleich zu Beginn einen Satz, der später noch wichtig wird:

„Es ist sehr sehr leicht, Laboranalysen zu fälschen." Sascha Gail, bei 3 Minuten

Merken Sie sich den Satz. Er kommt gleich zurück.

Denn am Ende desselben Videos zieht Gail sein Fazit über die Testergebnisse. Und was er da sagt, muss man zweimal lesen.

„Meine zwei Kooperationspartner sind letzter und vorletzter geworden. Da kommt Freude auf." Sascha Gail, bei 29 Minuten 31

Zwei Kooperationspartner. Letzter und vorletzter.

Welche zwei? Er nennt sie selbst, ein paar Minuten vorher, mitten im Werbeblock:

„Code SASCHA gilt nicht nur bei meinem Hauptsponsor. Auch bei Beyond und Biolab." Sascha Gail, bei 20 Minuten

Beyond Peptides. Der Shop mit den vier Berichten ohne Prüfschlüssel.

Biolab. Der Shop, der im Test mit 150,5 Prozent Labeltreue und einem Endotoxinwert von 75,743 durchfiel. Zum Vergleich: der beste Wert im selben Feld lag bei 0,99.

An beiden verdient Gail mit. Bei beiden hat er einen Rabattcode.

Und wie bewertet er die Überdosierung?

„Boah, geile Scheiße, da bekommst du aber mehr für dein Geld. Also das sehe ich unkritisch." Sascha Gail über 50 Prozent Überdosierung bei seinem Partner Biolab, bei 16 Minuten 42
Warum das nicht lustig ist

Endotoxin stammt aus Bakterienhüllen. Es kann Fieber und Kreislaufreaktionen auslösen. Beim BPC-157 desselben Anbieters wurden 619,114 gemessen.

Andere Anbieter lagen im selben Test bei Werten um 1.

Der Mann, der das Labor abräumt. Und wohin er schickt.

Was macht man, wenn das Labor die eigenen Partner zerlegt hat? Man erklärt, das Labor tauge nichts.

Sascha Gail über das Labor ab 12:22
Hören Sie diese Passage am Stück
„Janoshik hat einen sehr schlechten Ruf. Ich traue dem nicht über den Weg. Inzwischen nutzen alle meine Athleten die Madsen Akademie. Max arbeitet da mit zwei Labs zusammen." Beides in einem einzigen Redefluss.

Erst das Labor abräumen. Dann die Kunden zur Konkurrenz schicken.

Zur Erinnerung: Es ist dasselbe Labor, das seine beiden Werbepartner zu Letztem und Vorletztem gemacht hat.

Und warum macht er das Video überhaupt? Auch das sagt er selbst.

Sascha Gail über den Anlass ab 00:13
Der Auftrag kam von einem „Teamkollegen"
„Heute morgen habe ich ein Video gesendet bekommen von einem meiner Teamkollegen mit der Bitte, doch mal darauf zu reagieren."

Über sich selbst sagt er an anderer Stelle:

„Ich bin relativ unabhängig. Nicht ganz, aber relativ." Sascha Gail, bei 22 Minuten 38

Die Bubble. Und wie sie funktioniert.

Wer sich fragt, warum plötzlich mehrere Kanäle dasselbe erzählen: Es sind dieselben Akteure aus derselben Runde.

Sie machen gemeinsamen Content. Sitzen zusammen in Videos und Talkrunden. Teilen Sponsoren und Rabattcodes. Und schieben sich gegenseitig das Material zu.

Einer schickt dem anderen ein Video mit der Bitte, „doch mal darauf zu reagieren". Der Nächste zitiert als Quelle, was „der Max auch gesagt" hat. Der Dritte empfiehlt die Akademie des Zweiten.

Ein Kreislauf. Nach außen sieht es aus wie viele unabhängige Stimmen.

Gail sagt zu seinem eigenen Wissensstand:

„Ich kann jetzt hier in dem Video nicht alles sagen, was ich weiß, um Dritte nicht zu belasten." Sascha Gail, bei 20 Minuten

Er weiß mehr. Er sagt es nur nicht.

Der Maßstab, den er selbst setzt

Über seinen Hauptsponsor sagt Gail im selben Video: „Da wird nicht gemauschelt bei den Laboranalysen. Das sind wirklich echte Analysen."

Er weiß also ganz genau, worauf es ankommt.

Bei Beyond hat er diese Frage nie gestellt. Kein einziges Mal.

Er nennt die Seite Fake. Und wirbt auf ihr.

Max Madsen in seinem Video
Max Madsen zerlegt die Vergleichsseite peptidcheck24. Bis er entdeckt, wer dort Werbung hat. Foto: Screenshot YouTube

Max Madsen dreht ein eigenes Video zur Affäre. Er erklärt, was peptidcheck24 seiner Meinung nach wirklich ist:

„Das ist ein gut gemachter Vergleichs-Funnel. Man kann nicht direkt Werbung auf Peptid-Shops schalten, aber man kann Werbung auf so Vergleichsseiten schalten." Max Madsen, bei 11 Minuten 51

Klare Ansage. Eine Werbeseite also, getarnt als neutraler Vergleich.

Anderthalb Minuten später scrollt er weiter. Und stößt auf eine Kachel.

Max Madsen entdeckt die eigene Werbung ab 13:31
Der Moment, in dem er die eigene Werbung sieht
„Ah, nice, guck mal, schon mal mit Werbung für Madsen Academy. Ja, auf der Seite."

Auf der angeblichen Fake-Seite läuft Werbung für seine eigene Akademie.

Die Werbekachel der Madsen Akademie

Und was macht er? Empört er sich? Distanziert er sich?

Er freut sich.

Wie das Geld fließt

Auf peptidcheck24 steht ein Partnerlink zur Madsen Akademie. Wer darüber Mitglied wird, bringt der Seite eine Beteiligung. Und der Akademie ein zahlendes Mitglied.

Heißt im Klartext: Die Seite, die Madsen öffentlich als Werbe-Funnel bezeichnet, liefert ihm selbst Kunden.

Und was verkauft er im selben Video?

Analysen. Ab 39 Euro, über seine Akademie. Und er kündigt an, dort ab sofort auch Endotoxin-Tests anzubieten.

Genau die Messung, um die sich der ganze Streit dreht.

Über den Shop im Zentrum der Vorwürfe sagt er am Ende:

„Ich persönlich habe überhaupt kein Problem mit Avellon Peptides. Ich glaube, die Jungs machen einen soliden Job." Max Madsen, bei 43 Minuten 54

Der „neutrale" Aufdecker. Und sein blinder Fleck.

Er hat die Lawine losgetreten. Neun Minuten Anklage. Große Enthüllung. Der Mann, der angeblich nur die Wahrheit will.

Boris Karsten in seinem Video

Sein Vorwurf: Hier verstecken Leute Geld-Interessen hinter einer angeblich neutralen Seite.

Ab Minute fünf scrollt er über peptidcheck24. Zeigt die Rangliste. Zeigt die Laborberichte. Zeigt sogar den Kleingedruckten-Text.

Und direkt unter der Rangliste, im selben Scroll, liegt das hier:

Die Werbekachel der Madsen Akademie auf peptidcheck24

Kooperation. Affiliate-Link. Madsen Akademie.

Ein Geld-Interesse. Offen. Mitten auf dem Bildschirm. Nicht versteckt, nicht im Kleingedruckten, sondern in einem großen dunkelblauen Kasten mit goldenem Logo.

Er erwähnt es nicht.

Kein Wort. Nicht eine Silbe. In neun Minuten über versteckte Interessen.

Unfassbar

Der ganze Vorwurf lautet: Da versteckt jemand wirtschaftliche Interessen.

Genau eines steht offen auf dem Bildschirm. Groß. Golden. Beschriftet.

Und ausgerechnet das kommt im Video nicht vor.

Zufall? Übersehen? Oder wollte da jemand einen bestimmten Namen lieber nicht sagen?

Die zweite Sache: Was war eigentlich die Enthüllung?

Bei 5 Minuten 44 baut er den großen Moment auf: „Wer noch steht, jetzt bitte hinsetzen."

Die Enthüllung: peptidcheck24 teste gar nicht selbst. Die Seite sammle fremde Laborberichte.

Acht Sekunden später blendet er einen Text von genau dieser Seite ein. Darin steht wörtlich: kein Labor, keine Analysen beauftragt, keine Proben gekauft.

Er enthüllt, was auf der Seite selbst steht.

Man kann das Recherche nennen. Man kann es auch anders nennen.

Die dritte Sache: sechsmal „vielleicht"

Neun Minuten Anklage. Und was tragen die schweren Vorwürfe? Nichts.

04:49„Man hatte so ein kleines Gefühl im Hinterkopf"
07:37„er gehört anscheinend zu der Christian Wolf Bubble"
08:16„von dem Daniel der Chef zu sein scheint"
10:11„der Robin anscheinend seit Anfang an bei Avellon dabei ist"
14:02zumindest hat man so ein Gefühl, dass er Chef davon ist"
14:38Vielleicht Robin? Vielleicht der Mike selbst? Ja, keine Ahnung."

Sechs Mal sagt er, dass er es nicht weiß.

Und trotzdem stellt er Menschen an den Pranger. Nennt Namen. Zeigt Gesichter. Baut Verbindungslinien. Auf einem Fundament aus „vielleicht".

Das Recherchevideo ab 14:38
„Ja, keine Ahnung"
Startet genau an dieser Stelle. Hören Sie selbst, worauf der ganze Skandal gebaut ist.

Und was passierte nach seinem Video? Innerhalb von Tagen meldeten sich mehrere Kanäle. Fast alle mit Rabattcodes bei den Shops, die im Test durchgefallen sind.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zweierlei Maß. In einem Video.

Ein dritter Kanal aus derselben Runde reagiert auf das Aufdeck-Video. Und liefert dabei das schönste Eigentor der ganzen Affäre.

Er stößt auf zwei Geld-Verbindungen. Beide von der exakt gleichen Sorte: Werbung auf einer Seite, die sich neutral gibt.

Bei der einen gehört das Geld zur eigenen Runde. Bei der anderen nicht.

Raten Sie mal, wie er sie bewertet.

Minute 10:34
Werbekachel der Madsen Akademie
„muss jetzt keine Partnerschaft oder so sein, vielleicht einfach nur als Quelle"
Minute 15:49
Verbindung derselben Seite zu Avellon
„Im Prinzip ist das ein versteckter Affiliate. Total unehrlich. Feiere ich gar nicht."

Neun Minuten liegen dazwischen.
Und zwei komplett verschiedene Welten.

Beim Freund: Ach, wird schon nichts sein. Vielleicht nur eine Quelle. Weiterscrollen.

Beim anderen: Versteckter Affiliate. Total unehrlich. Empörung.

Dasselbe Prinzip. Dieselbe Seite. Dasselbe Video. Und trotzdem zwei völlig unterschiedliche Urteile.

Genau das ist der Punkt

Hier geht es nicht mehr um Laborwerte. Hier geht es darum, dass Menschen Empörung spielen, wenn es andere trifft, und wegschauen, wenn es die eigene Runde betrifft.

Und woher hat dieser Kanal seine Hintergrundinformationen? Sagt er in Minute eins: „Scheinbar, so hat das Max auch gesagt..."

Reaktion auf das Recherchevideo ab 10:34
Hören Sie beide Stellen
Startet bei der ersten. Die zweite kommt bei 15:49. Fünf Minuten Abstand, zwei Maßstäbe. Da braucht es keinen Kommentar mehr.

Und wer hat das alles angestoßen?

Ein Mann. Ein Video. Am 31. Juli 2026.

Iron Mike

Iron Mike hat Peptide von verschiedenen Anbietern gekauft. Und ins Labor geschickt. Zu Janoshik. Echte Tests, echte Prüfnummern, echte Prüfschlüssel.

Dann hat er die Ergebnisse veröffentlicht.

Mehr hat er nicht getan.

Er hat keine Berichte erfunden. Er hat keine Dateien gelöscht. Er hat veröffentlicht, was ein Labor gemessen hat. Jeder Bericht ist bis heute mit Nummer und Schlüssel nachprüfbar.

Und was war das Ergebnis?

Beyond Peptides21,5 Prozent zu wenig Wirkstoff
BioLab50 Prozent überdosiert, Endotoxin 75-fach über dem besten Wert
Europa Peptidesgar kein Wirkstoff nachweisbar

Für diese Veröffentlichung wird er seither zerlegt.

Nicht die Shops, deren Ware durchfiel. Nicht der Anbieter, dessen Zertifikate niemand prüfen konnte. Der Mann, der es gemessen hat.

Die Frage, die keiner stellt

Beyond Peptides hatte vier Berichte ohne Prüfschlüssel auf der eigenen Seite. Sie sind heute gelöscht.

Darüber redet niemand aus der Runde. Kein einziges Video. Keine Nachfrage.

Stattdessen: das Labor sei unseriös. Die Stichprobe zu klein. Der Tester voreingenommen.

Und ja, auch das gehört gesagt

Iron Mike ist kein Heiliger. Er hatte selbst Werbepartner in der Branche, und man darf fragen, warum er ausgerechnet diese Shops testen ließ.

Nur ändert das nichts an den Messwerten. Ein Bericht mit Prüfnummer bleibt ein Bericht mit Prüfnummer, egal wer ihn bestellt hat.

Und genau hier liegt der Punkt: Seit Wochen geht es nur noch um die Person. Um Sympathie, um alte Rechnungen, um Lager. Über die Zahlen redet keiner mehr.

Wer die Botschaft nicht widerlegen kann, geht auf den Boten los.

Und noch etwas ist offen

Sascha Gail kündigte an, er würde bei seinem Partner Biolab aussteigen, sollten eigene Tests schlecht ausfallen. Er sagte, er habe selbst eingeschickt.

Das war Anfang August.

Ergebnisse? Bis heute keine.

Keine Veröffentlichung. Keine Zahlen. Kein Ausstieg. Der Rabattcode läuft weiter.

Man könnte fragen, wo diese Tests geblieben sind. Aber das fragt gerade niemand in dieser Runde.

Der „Beweis", der keiner ist

In einem der Videos wird ein fehlgeschlagener Prüfversuch gezeigt. Auf dem Bildschirm erscheint: „No test found." Kein Test gefunden.

Das gilt seither als Beleg dafür, dass Berichte gefälscht seien.

Nur: Der eingegebene Schlüssel lautet AAKWUH18PGPV8.

Dreizehn Zeichen. Echte Schlüssel haben zwölf.

Der richtige lautet AAKWUH8PGPV8. Eine Eins zu viel getippt. Mehr war es nicht.

Der Sprecher sagt im selben Video übrigens selbst: „Vielleicht bin ich auch nur zu dumm dafür."

So prüfen Sie jeden Bericht in 30 Sekunden

  1. Bericht öffnen. Ganz nach unten scrollen. Da steht der Schlüssel, zwölf Zeichen.
  2. janoshik.com/verify aufrufen.
  3. Vorgangsnummer und Schlüssel eintippen. Der echte Bericht erscheint. Oder eben nicht.
  4. Steht unten kein Schlüssel, sondern Werbung? Dann können Sie gar nichts prüfen. Und dann sollten Sie sich fragen, warum.

Alle Belege auf einen Blick

Und jetzt kommt der Teil, den keiner von ihnen erwähnt

Max Madsen wirbt für Beyond Peptides.

Sascha Gail hat einen Rabattcode bei Beyond Peptides.

Die meisten Gesichter aus ihren gemeinsamen Videos: dieselbe Verbindung.

Dieselbe Firma, die vier Laborberichte ohne Prüfnummer online hatte und dann still gelöscht hat.

Genau diese Männer treten seit Wochen als Aufklärer auf. Sie bewerten die Seriosität von Testverfahren. Sie zweifeln an einem Labor. Sie erklären der Szene, wem man trauen kann und wem nicht.

Über die vier Berichte ihres eigenen Werbepartners: kein Wort.

Wer bewertet hier eigentlich wen?